Stirbt das Kulturzentrum St. Michael?

Das Parlament hat dem Stadtrat zwei Aufträge gegeben: 1. das Zentrum St. Michael in Littau „zu retten“ (Postulat With) und 2. dafür Verhandlungen mit den Kirchgemeinden Littau und Reussbühl zu führen. Der Stadtrat hat beide Aufträge nicht einmal im Ansatz erfüllt. Der Betrieb des Zentrum St. Michael wird eingestellt falls nicht das Parlament nochmals eingreift.

Das Zentrum St. Michael wird fast täglich für Bandproben, Jodelkonzerte, Theaterabende und zahllose weitere Veranstaltungen genutzt. Das Zentrum St. Michael ist ein Kulturzentrum par ex­cel­lence und für zahllose Vereine aus Luzern und Littau von unschätzbarem Wert. Allerdings fällt ein jährliches Betriebsdefizit von über 400‘000 Franken an. In Zukunft soll dieses nach Meinung des Stadtrates alleine von einer Kirchgemeinde getragen werden. Dazu gibt es keinen Grund. Die kirchliche Nutzung macht heute weniger als 2% aus.

Es wäre eigentlich ein Dankeschön an die katholische Kirche wert, dass sie den Bau eines Gemeindesaals finanziert hat und seither mithilft die anfallenden Defizite zu tragen. Der Stadtrat aber hat zum wiederholten Male die Verhandlungen abgebrochen. Dies ist gegenüber einem langjährigen, zuverlässigen Partner mehr als nur unsensibel. Es ist unfair und entspricht nicht dem Fusionsversprechen.

Die Stadt Luzern muss sparen. Sie hat aber auch eine Verantwortung gegenüber denjenigen Partnern, die unkompliziert und ohne Eigennutz den Bürgerinnen und Bürgern direkten Nutzen stiften. Die Zukunft des Kulturzentrums St. Michael ist akut gefährdet. Es würde dem Stadtrat gut anstehen, in der dritten Verhandlungsrunde dem Partner die Hand zu reichen und ein Zeichen für die Kultur und die Vereine in der Stadt Luzern zu setzen.

Kolumne in der „Luzerner Rundschau“ von Roger Sonderegger, Mitglied Grosser Stadtrat (CVP)


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