Kein öffentliches Geld für die Gütschbahn

Die finanzielle Lage in der Stadt Luzern ist angespannt und der Stadtrat schnürt gerade das nächste Sparpaket. In dieser Situation kann sich die Stadt keine neuen Luxusprojekte leisten. Die Gütschbahn dient in allererster Linie dem Hotel und dem Restaurant selber.
Das zeigen auch die Fahrgastzahlen, die in der Vergangenheit jeweils zusammengebrochen sind, wenn Hotel und Restaurant geschlossen blieben. Deshalb ist die Finanzierung – wie bei allen anderen Hotelbahnen in der Geschichte der Zentralschweiz – weiterhin Privatsache.

Die Gütschbahn wird nie ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Verkehrs in der Stadt Luzern sein. Auf der Linie 1 sind fast 10 000 Personen täglich unterwegs, und auf diversen anderen Bus- und Bahnlinien sind es ebenfalls mehrere tausend Personen. Auf der Gütschbahn hingegen rechnet der Stadtrat mit 60 Personen werktags, mit rund 100 samstags und rund 150 an Sonntagen. Sogar an einem Sonntag hätten damit alle Fahrgäste in einem einzigen Trolleybus der Linie 1 Platz!

Diese sehr tiefe Auslastung (die bei einer Integration in den Tarifverbund allenfalls etwas steigen könnte) steht deshalb in keinem Verhältnis zur Investition von 2,6 Millionen Franken.

Es wäre billiger, das ganze Jahr über allen Fahrgästen ein Taxi auf den Gütsch zu bezahlen als alle Kosten für Betrieb und Investitionen zu tragen – jeweils 4 Personen pro Taxi einmal vorausgesetzt. Auch die Ausflüge in den Gütschwald ergeben keine genügende Nachfrage angesichts der enormen notwendigen Investitionen. Sie sind ja in diesen Zahlen bereits enthalten.

Auch mir liegen die Gütschbahn und das wunderbare Hotel am Herzen, beide gehören zu Luzern. Doch das ist für mich kein Grund, dass die Stadt den Betrieb bezahlen soll. Vielmehr ärgere ich mich darüber, dass eine einzige private Person für so viel Unmut in Luzern sorgen kann, wohl ohne es überhaupt selber festzustellen. Eine Hotelbahn ist keine öffentliche, sondern eine private Aufgabe. Das gilt auch für russische Milliardäre. Sonst müsste die Stadt Luzern fairerweise auch die Bahn zum Hotel Montana und andere Bahnen unterstützen.

Roger Sonderegger, CVP-Grossstadtrat, Luzern

(Leserbrief veröffentlicht auf lu-wahlen.ch, 31.10.14)

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