Ein hochwertiger öffentlicher Raum ist beste Wirtschaftsförderung

Seit über 10 Jahren wird in der Stadt Luzern über die Neugestaltung des Grendels gestritten. Nun liegt ein einfaches, aber solides Projekt vor. Klar ist diese Neugestaltung mit Teerbelag und zwei eingelassenen Granitstreifen nicht der grosse Wurf. Aber sie ist ein solider und breit abgestützter Kompromiss. Auch die angedachte Lösung für die Veloparkierung wird von Anrainergeschäften und Pro Velo mitgetragen.

Die Kosten übertreffen das Budget des letzten Projektes von 2003 zwar deutlich. Dies erklärt sich allerdings vor allem durch die Teuerung und dadurch dass nun die Projektierungskosten richtigerweise eingerechnet wurden. Ein gut funktionierender und ästhetisch ansprechender öffentlicher Raum ist ausserdem eine lohnenswerte Investition in die Zukunft. In Anlehnung an Jan Gehl könnte man sagen: „ein guter öffentlicher Raum ist wie eine gute Party – die Leute bleiben viel länger als eigentlich notwendig, weil es ihnen dort gefällt“*. Damit steigt die Portemonnaie-Dichte, und damit wiederum die Wertschöpfung.

Die Aufwertung des öffentlichen Raums ist also eine geeignete Massnahme in einer städtischen Wirtschaftspolitik. Im vorliegenden Projekt dürfte davon insbesondere der Löwengraben profitieren, wo für eine Aufwertung noch das grösste Potenzial besteht. Am Grendel hingegen erreicht die Wertschöpfung bereits heute internationale Spitzenwerte. Die Aufwertungsprojekte an der Bahnhofstrasse, im Hirschmattquartier und nun am Grendel gehören in meiner Einschätzung zu den grössten Errungenschaften des aktuellen Stadtrates. Ich werde deshalb dem vorliegenden Projekt mit Überzeugung zustimmen.

Luzern, 10. Feb. 2015
Roger Sonderegger

*Im Original lautet der Ausspruch von Jan Gehl, dem berühmten dänischen Urbanisten, wie folgt:
“A good city is like a good party – people stay much longer than really necessary because they are enjoying themselves”

Kategorie: Kolumne Luzerner Rundschau | Kommentar schreiben

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