Agglomerationsprogramm Luzern: Nachbesserungen notwendig

Die CVP der Agglomerationsgemeinden unterstützt die Strategien zur Steigerung des Modal Split-Anteils von öffentlichem und Langsamverkehr, zur Reduktion der Unfälle, sowie zur Konzentration der baulichen Entwicklung in vom ÖV gut erschlossenen Zonen. Wir begrüssen den geplanten Ausbau des RBus-Systems, der kombinierten Mobilität und die Planung eines funktionellen Fernbusbahnhofs.

Innerhalb der geplanten Massnahmen erachtet die CVP der Agglomerationsgemeinden den Durchgangsbahnhof Luzern für die Lösung der regionalen Verkehrsprobleme als die dringlichste Schlüsselmassnahme, da nur darauf basierend der Bahnverkehr überhaupt einen substanziellen Ausbauschritt erfahren kann. Nur mit der Realisierung einer leistungsfähigen S-Bahn können weitere Umsteigepunkte vom Bus zur Bahn umgesetzt und damit der überlastete Knoten Luzern Bahnhof entlastet werden. Auch die Realisierung von Bypass mit Spange Nord unterstützen wir.

Allerdings verlangen die CVP-Vertreter der Agglomerationsgemeinden auch eine Überarbeitung diverser Punkte im AP3. In der Gemeinde Kriens bestehen grosse Vorbehalte gegenüber der Planung des Projektes Bypass mit Spange Nord. Damit der Bypass auch für die Gemeinde Kriens eine verkehrliche Entlastung und nur erträgliche Neubelastungen bringt, sind dringend flankierende Massnahmen für eine siedlungsverträgliche Gestaltung des Bypasses und seiner Zubringer notwendig. Dazu gehört unter anderem auch eine substanzielle Verlängerung der Einhausung im Bereich der Gemeinde Kriens.

In der Gemeinde Emmen soll beim Projekt Seetalstrasse als Alternative zur Umfahrung Emmen Dorf auch eine Neugestaltung der bestehenden Ortsdurchfahrt in Kombination mit Tempo 30 geprüft werden. Die CVP erhofft sich dadurch eine deutliche Verbesserung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses und damit eine höhere und frühere Realisierungschance. Die verkehrstechnischen Probleme im Raum Emmen stammen nämlich nicht primär von der Ortsdurchfahrt, sondern vielmehr von den nahe liegenden Knoten, die bei hohem Verkehrsaufkommen nicht mehr funktionieren.

Als sehr problematisch sieht die CVP der Agglomerationsgemeinden die ungünstigen Umsteigeverbindungen vom Bus zur S-Bahn am Seetalplatz nach der Sanierung an. Hier besteht dringender Handlungsbedarf für eine Nachbesserung bzw. eine höhere Priorisierung, damit die wegfallende Direktverbindung ins Stadtzentrum nicht zu einem Rückgang der ÖV-Nutzung führt. Bezüglich der übrigen geplanten S-Bahn-Stationen wird im AP3 eine Abhängigkeit von der Realisierung des Durchgangsbahnhofs formuliert. Für eine Haltestelle im Gebiet Ruopigen (bzw. Littauer Boden) sieht die CVP der Agglomerationsgemeinden diese Abhängigkeit jedoch nicht. Sie fordert – insbesondere in Hinsicht auf die geplante Entwicklung von Arbeits- und evtl. Wohnplätzen im Littauer Boden – eine höhere Priorisierung dieser Haltestelle.

Beim geplanten Terminal für Fernbusse anerkennt die CVP den Handlungsbedarf. Die Probleme mit dem Carverkehr in der Innenstadt von Luzern sind bereits heute stark ausgeprägt, und für die Zukunft ist mit einem Wachstum im Linienbusverkehr zu rechnen. Die heutige Situation mit dem Parkplatz Inseli und insbesondere den zahlreichen Halten an der Autobahnraststätte Neuenkirch ist nicht zukunftsfähig. Eine gute Wahl des neuen Standortes für einen Busbahnhof ermöglicht die ÖV-Nutzung für die erste und letzte Meile und verhindert damit die unerwünschte Nutzung der Raststätte Neuenkirch für den Linienbusverkehr von und nach Luzern.

Zentral für einen zukunftsweisenden Umgang mit Siedlung und Verkehr ist die ganzheitliche Planung des Strassenraumes sowie des öffentlichen Raumes. Die Planung der kantonalen Ortsdurchfahrten muss unbedingt von Fassade zu Fassade gedacht werden – die heute noch bei vielen gelebte Praxis der Planung von Randstein zu Randstein muss überdacht und korrigiert werden. Korrekturbedarf sehen wir ausserdem beim frühzeitigen Einbezug der Stimmbevölkerung in den Gemeinden. Hier verspielt sich die öffentliche Hand unnötigerweise viel goodwill, wenn dieser zu spät oder gar nicht erfolgt. Schliesslich fordert die CVP der Agglomerationsgemeinden einen Einbezug des Güterverkehrs in die Weiterentwicklung des AP3. Dazu gehört auch ein City-Logistikkonzept für die Stadt Luzern.

Die CVP der Gemeinden Emmen, Kriens, Horw und der Stadt Luzern hofft, dass beim Bund nach der Einführung des Bahninfrastrukturfonds nun auch der geplante Infrastrukturfonds für Strassen (NAF) eingerichtet werden kann. Nur so ist mittel- und langfristig eine sinnvolle Finanzierung der erfolgreichen Agglomerationsprogramme möglich. Die Milchkuhinitiative, über die im Juni abgestimmt wird, ist darum unbedingt abzulehnen.

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